Jivaka / Thai Yoga-Massage: Fragen & Antworten – Teil 2

Was erlebst du bei einer Thai Yoga-Massage? Was hat das mit Meditation zu tun, und wieso kann sie 2-3 Stunden dauern? Hier gibt es Antworten!

Wieso dauert so eine Massage 2-3 Stunden, und wieso sollte ich mir so viel Zeit nehmen?

Nun… natürlich heißt “länger” nicht an sich “wirksamer”: Bei der klassischen Massage werden Muskelverklebungen schnell und effektiv “zerrieben”; Chiropraktiker renken Wirbel in Sekundenschnelle ein.

Doch bei der Jivaka-Behandlung bzw. Thai Yoga-Massage geht es nicht um eine schnelle „Reparatur“, und auch nicht um „Fastfood-Entspannung“, sondern um etwas anderes: Tiefes Loslassen auf körperlicher und emotionaler Ebene… was nachhaltige Auswirkungen auf das ganze Leben haben kann.

Und Loslassen – Kontrolle aufgeben – braucht Zeit. Den jetzigen Moment einfach anzunehmen, wie er ist, ohne ihn ändern zu wollen, haben wir verlernt – gerade in unserer kopflastigen, leistungsorientierten, kontroll-wahnsinnigen Zeit. Erfahrungsgemäß dauert es einfach etwas, bis jemand sich auf die Erfahrung seiner Körperlichkeit wirklich einlassen kann. Das ist einer von mehreren Gründen, warum eine Session gut 2 Stunden und mehr dauern kann.

Und die Dauer hat auch einfach praktische Gründe: Diese Art der Massage ist als Ganzkörperbehandlung gedacht. Das heißt, es werden nicht einzelne Muskeln isoliert behandelt, sondern Energieverläufe, die den ganzen Körper durchziehen. Wenn das achtsam und ohne Hektik durchgeführt wird, dauert die Massage eben so lange…

Wenn du diese Körperarbeit noch nicht kennst, ist eine Stunde natürlich ok – um erstmal zu sehen, ob du der Masseurin vertrauen kannst! Doch das fühlt sich meist nicht ganz “vollständig” an; um dem ganzen Körper Aufmerksamkeit zu schenken, und sich ganz auf die Erfahrung einzulassen, sind erfahrungsgemäß meist 2-3 Stunden nötig.

Und die Zeitinvestition lohnt sich! Denn völliges Loslassen bedeutet viel mehr, als bloß Verspannungen kurzfristig zu lösen. Diese Erfahrung – insbesondere wenn sie wiederholt wird – kann nachhaltige Wirkungen auf dein ganzes Leben haben.
Du kannst ganz direkt an deinem Körper erfahren, dass auch dann alles in Ordnung ist, wenn du die Kontrolle aufgibst; und dann kannst du auch sonst im Leben gelassener, vertrauensvoller und liebevoller handeln…
Je entspannter und freier du dich fühlst, je lockerer du dich bewegst, desto weniger verspannt sich auch dein Körper…
und so können sich die inneren Ursachen von Stress und Verspannungen auflösen;

Und: Wer sich ganz für das körperliche Erleben im Jetzt öffnet, ohne Erwartungen, Wegschieben oder Festhalten, kann ganz neue Dimensionen der Freiheit und Lebensfreude in sich selbst entdecken!

Was hat das mit Meditation zu tun?

Die Massage selbst ist eine Meditation – im besten Falle für beide Beteiligten. Das heißt, sie holt uns vollkommen ins Hier und Jetzt, ins Annehmen der unmittelbaren Körperwahrnehmung. Vergangenheit und Zukunft spielen keine Rolle mehr; die Trennung zwischen „ich“ und „du“, „innen“ und „außen“ kann sich auflösen. Erwartungen und Widerstand gegen das Jetzt erweisen sich hierbei immer mehr als unnötig – so dass man sich ganz auf das Erleben einlassen kann.
Wenn du dir eine Meditation in Bewegung nicht vorstellen kannst, lade ich dich ein, den folgenden Blogbeitrag zu lesen: https://jivaka-castle.de/mythen-ueber-meditation/

Wie erfährt man die Thai Yoga-Massage? „Schwebt“ man dabei oder fühlt seinen Körper gar nicht mehr? 

Solche Erfahrungen sind möglich – und viele andere auch. Doch es geht bei der Massage keinesfalls darum, den Körper nicht mehr zu spüren oder zu schweben, sondern das Gegenteil: Sich ganz und gar auf das körperliche Erleben hier und jetzt einzulassen.

In unserem kopflastigen, vom Verstand dominierten Alltag vergessen wir oft unseren eigenen Körper und behandeln ihn wie eine Art lästiges Anhängsel vom Gehirn – ein mehr oder weniger schwabbeliges Ding, das wir durchfüttern, schlafen legen und mal zum Art schleppen, damit es weiter funktioniert…
Bei der Thai Yoga-Massage geht es um das bedingungslose ANKOMMEN im Körper, ums Ankommen im Hier und Jetzt. Sich selbst – das heißt, den Körper – ganz und gar spüren, sich seiner Körperlichkeit bewusst zu werden und sie liebevoll anzunehmen.
Es geht um Loslassen – aber nicht darum, den Körper loszulassen oder zu vergessen, sondern: Kontrolle loslassen! Und das ist die Voraussetzung für echte Entspannung. Loslassen heißt auch: Gefühle und Gedanken und körperliche Empfindungen nicht mehr verdrängen oder krampfhaft festhalten wollen, sondern: sie annehmen, so wie sie eben nun mal sind.
Und die konkrete Erfahrung kann ganz verschieden sein. Manche sind einfach nur selig, bei manchen kommen Gefühle, Gedanken oder Erinnerungen verstärkt hoch, manche zeigen eine körperliche Reaktion wie Hitze, Kälte, Zittern oder sonstwas, und bei manchen ist es ganz anders oder es scheint gar nichts zu passieren. Meiner Erfahrung nach ist es am besten, alle Erwartungen fallenzulassen – dann kann auch nichts mehr der unmittelbaren Erfahrung im Weg stehen!

Hat das etwas mit Atemübungen zu tun?

Nicht wirklich. Ich empfehle der empfangenden Person einfach, ihre Atmung etwas zu vertiefen und insbesondere eine tiefe Ausatmung zuzulassen. Das hat den Effekt, dass die Entspannung sich vertieft, dass man präsenter bleibt – also bei der unmittelbaren Körpererfahrung, anstatt gedanklich abzuschweifen. Außerdem kann auch ich dann mit der Massage viel mehr auf die Person eingehen. Im besten Fall synchronisieren sich die Atemrhythmen von der gebenden und der empfangenden Person, und jede Berührung wird mit der Ein- und Ausatmung koordiniert.
Was das bewirkt, kann ich nicht beschreiben, das muss man wohl erleben 😉 – auf jeden Fall wird das unmittelbare Erleben intensiviert, und die Entspannung vertieft sich für beide Beteiligten.
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Neugierig geworden? Dann hoffe ich, dass du es bald ausprobierst! Wenn du in der Nähe beim Jivaka Castle wohnst, hier vorbeikommst oder eine Auszeit hier nehmen möchtest, kannst du hier einen Massagetermin buchen.

Bald gibt es übrigens wieder einen Workshop zum Thema Thai-Yoga-Massage… mehr dazu bei den Terminen!

Und wenn noch etwas unklar geblieben ist oder wenn du noch weitere Fragen hast – schreibe mir gerne in den Kommentaren, oder gleich per Email

 

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