9 Tipps für eine richtig gute Massage

Egal, ob du professionell massierst oder ob du einfach so mit deiner Berührung Entspannung schenken willst: Mit den folgenden Tipps kannst du eine außergewöhnlich entspannende Massage mit anderen Menschen teilen. Wetten? Einfach ausprobieren!

Die Voraussetzungen für Entspannung

1. Eine Massage sollte an einem ruhigen Ort stattfinden, ohne Handy, Radio und Fernseher. Ich verwende auch fast nie Musik, denn diese lenkt die Aufmerksamkeit vom Körper weg – was meiner Meinung nach dem Zweck der Massage widerspricht.
Doch zum Thema Musik gibt es verschiedene Meinungen… und es gibt durchaus Menschen, die sich mit ruhiger Musik leichter entspannen können als in Stille.

Also: Wenn du gerne Musik verwendest, dann zumindest Musik ohne Rhythmus! Denn dieser würde die Aufmerksamkeit zu stark auf sich ziehen; und jede Massage hat ihren ganz eigenen Rhythmus, der sich nicht an vorgegebene Musik anpassen lässt.
Naturgeräusche, wie Wellen oder Wind, können zum Beispiel geeignet sein.

2. Eine Massage ist nicht die Zeit, um sich zu unterhalten. Natürlich kannst du hin und wieder nachfragen, was angenehm ist oder nicht – und der Empfänger darf sich natürlich bei Bedarf äußern! Doch ein Gespräch würde der Absicht der Sache zuwiderlaufen: Wer redet, dessen Verstand läuft auf Hochtouren – und das macht es schwer, sich zu entspannen…

Bei der Massage bekommt der Verstand eine Ruhepause – der labert uns sowieso täglich schon genug zu. Also: Klappe halten! 😀
Das ermöglicht es, einfach mal wahrzunehmen, was hier und jetzt geschieht, ohne es zu kommentieren oder zu bewerten. Und das bedeutet echte Entspannung…

Der Ablauf

3. Zu Beginn nimm dir einige Momente Zeit, um in deine Mitte zu kommen – zum Beispiel mit einigen tiefen Atemzügen. Nimm deinen Massage-Partner dann eine Weile einfach nur wahr: Wie liegt oder sitzt er oder sie da? Was kannst du in seiner Körperhaltung erkennen? Wie atmet die Person?
Dann setze langsam die Hände auf – nicht einfach so draufpatschen 😉

Wenn du mit Öl massierst, tropfe das Öl am besten zuerst in eine Hand und verteile es dann mit langsamen Strichen auf dem Körper.

4. Immer in Kontakt bleiben! Eine Hand, ein Finger, ein Fuß, ein Knie… irgendein Körperteil bleibt IMMER in Kontakt mit dem Partner. Das macht einen riesigen Unterschied für dessen Empfinden. Denn stell dir vor: Jedesmal, wenn der Massierende den Kontakt plötzlich abbricht, fragt sich der Empfänger – wo ist er hin? Was ist los? Geht es weiter oder sind wir fertig?

Selbst wenn das nicht bewusst stattfindet – der Empfänger wird bei jedem Kontaktabbruch aus seiner Entspannung gerissen. Bleibt der Kontakt bestehen, vermittelt das ein Gefühl der Sicherheit und ermöglicht es dem Empfänger, sich in die Berührung hinein zu entspannen.

Achtsamkeit und innere Einstellung

5. Die Aufmerksamkeit bleibt ganz bei dir selbst und bei deinem Partner. Vergangenheit und Zukunft zählen jetzt nicht – nur die Berührung. Spüre, wo die Muskeln verlaufen, wo Knochen und Sehnen sind; nimm dir Zeit, um zu erforschen, wie der Körper auf deine Berührung reagiert…
Ohne diese Achtsamkeit wirkt die Berührung leblos – eben wie achtloses Herumtatschen, das im besten Falle ein wenig kurzfristige Entspannung geben kann.
Doch erst durch Achtsamkeit wird Berührung wirklich angenehm, so dass dein Partner das Vertrauen finden kann, um vollkommen loszulassen.

6. Bleibe selbst entspannt. Wenn das bedeutet, dass du deine Körperhaltung verändern musst, zum Beispiel um deinen Rücken gerade zu halten – tu das. Denn wenn du dich beim Massieren verspannst, merkt das die andere Person auch (wenn auch nicht unbedingt bewusst) und wird sich im Reflex auch verspannen.

7. Laaaangsam! Wir sind bei der Massage, nicht beim Rennen oder auf dem Fließband 😛
Nimm dir für jede Bewegung so viel Zeit wie du brauchst, um sich in sie hineinzufühlen und dich selbst hinein zu entspannen. Sehr viele Masseure arbeiten viel zu schnell – doch hektische Bewegungen wirken nicht gerade entspannend!
Also: Wenn du denkst, du wärst langsam, dann bewege dich noch langsamer…
Und ganz wichtig: Je kraftvoller du massierst, desto langsamer! Ist ja klar: Der Muskel des Empfängers sollte Zeit haben, sich auf den Druck einzustellen, und ggf. nachzugeben.

8. Achte auf deinen Atem – und den Atem des Empfängers. Am besten bewegst du dich mit deinem Atem: Mit der Ausatmung fließend Druck geben, beim Einatmen ebenso fließend loslassen… das verhindert hektische, ruckartige Berührungen. Außerdem hält der Atem die Aufmerksamkeit bei dir und beim Empfänger. Und wenn du auf den Atem des Empfängers achtest, erkennst du leichter, was ihm guttut oder nicht.

9. Massiere frei von Erwartungen oder Absichten, irgendetwas zu erreichen.
Du musst niemanden beeindrucken, auch nicht toll aussehen oder alles „richtig“ machen.
Massiere einfach mit dem liebevollen Wunsch, dem Empfangenden das zu geben, was er oder sie gerade braucht.
Diese Absichtslosigkeit spürt der Empfänger – wenn auch unbewusst – und kann sich umso vertrauensvoller fallenlassen.

Wenn du diese Tipps anwendest, kannst du eine nachhaltig entspannende Massage geben, die Körper und Geist berührt – egal ob du schon lange eine Massagepraxis hast, oder ob du einfach so Familie und Freunden eine Freude machen möchtest.

Damit das alles auch Sinn ergibt, ist es natürlich sinnvoll, wenn du einige Massage-Techniken kennst.
Es gibt Onlinekurse für Anfänger. Noch habe ich keine eigenen Videos – kommt noch 🙂 – deswegen verlinke ich unten Videos von anderen Anbietern.

Aber die eigene Erfahrung kann nichts ersetzen. Für einen ersten Einblick gibt es bestimmt Kurse bei dir in der Nähe, zum Beispiel in der Volkshochschule. Und wenn du das Jivaka Castle besuchst – zu einer Auszeit oder bei einer Veranstaltung – kannst du hier gerne die Grundlagen achtsamer Berührung lernen…

Hier gibt es übrigens etwas 1x pro Monat einen Massage-Workshop – vielleicht sehen wir uns dort? 🙂

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Tipps und häufige Fehler beim Massieren (Ölmassage):

https://www.youtube.com/watch?v=ybUnAuQQM2g

 

Thai-Yoga-Massage-Sequenz für Anfänger:

https://www.youtube.com/watch?v=hpX9kNEvMTA

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4 Comments

  1. Veröffentlich von Frank am 13. April 2018 um 10:07

    Guten Tag,
    dies ist ein sehr informativer Artikel.
    Gute Massagen sind Rar.
    Über dieses Thema habe ich oft nachgedacht.
    Es ist schwer differenzierte Infos im Netz darüber zu finden.
    Dies wird mir bei meiner Recherche zu dieser Materie sehr weiterhelfen.
    Ich danke Ihnen. https://www.heilmassage-muni.com/massagen/

    • Veröffentlich von Manuela Kuhar am 13. April 2018 um 11:25

      Danke sehr 🙂
      Viel Erfolg bei Ihrer eigenen Praxis, oder der Suche nach guten Massagen!

  2. Veröffentlich von Nina am 17. Juli 2018 um 10:32

    Meine Schwestern und ich wollen unserer Mutter eine wohltuende Massage zum Geburtstag schenken. Die Checkpunkte dieses Artikels sollte man dann wohl auch bei der Auswahl des Massageanbieters berücksichtigen. Danke hierfür! Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Wellness- und einer Heilmassage? Wäre dankbar für mehr Info.

    • Veröffentlich von Manuela Kuhar am 17. Juli 2018 um 12:55

      Hallo Nina,

      tja, die Auswahl eines Massageanbieters ist sehr schwierig per Internet, da wirklich jeder Mensch andere Bedürfnisse hat, und die im Beitrag angesprochenen Punkte schreibt sich keiner so auf die Fahne.

      Wellness vs. Heilmassage… ha, das wär mal ein Thema für einen Blogartikel.
      Nun ja, eigentlich ist *jede* Berührung (die mit liebevoller Absicht kommt) heilsam, da bei längerem Hautkontakt viele Prozesse angeregt werden – was das Immunsystem stärkt, Stresshormone abbaut, Ängste und Depressionen und Schmerzen lindert und vieles mehr… siehe auch hier.

      Der Unterschied zwischen einer Wellness- und einer Heilmassage besteht erstmal ganz banal in der rechtlichen Situation des Anbieters. Wenn der Anbieter z.B. die Ausbildung „medizinischer Masseur“ oder „Physiotherapeut“ abgeschlossen hat, darf er/sie auf ärztliches Rezept massieren.
      Dann bekommt man in den meisten Fällen eine „klassische Massage“, die auch mal sehr kraftvoll und schmerzhaft sein kann, je nach Diagnose des Arztes.
      Zur Entspannung dienen solche Massagen (meistens) nicht.
      Und meistens dürfen die Masseure sich grad mal 20-30 Minuten für eine Massage nehmen – inklusive Vorgespräch! – was das Ganze zwangsläufig etwas hektisch macht.
      Ausnahmen bestätigen die Regel 🙂

      Oder wenn jemand die Ausbildung zum Heilpraktiker gemacht hat, darf er/sie auf eigene Verantwortung Diagnosen stellen und darf dann z.B. auch mit Massagen behandeln.

      Wenn jemand „Wellnessmassagen“ anbietet, heißt das bloß, dass die Person keine in Deutschland staatlich anerkannte berufliche Ausbildung absolviert hat.
      Eigentlich darf jeder Hinz und Kunz ein Gewerbe mit Wellnessmassage anmelden. Also Leute, die null Ahnung von nix haben, und anderseits Leute, die ein sehr feines Gespür für den menschlichen Körper haben und / oder die jahrelang Fortbildungen in einer oder mehreren Massagearten besucht haben (nur eben nichts, was der deutsche Staat anerkennen würde).

      Unter dem Name „Wellnessmassagen“ findet man also „Irgendwie-mal-Durchkneten“ neben wunderbar entspannenden und heilsamen Massagen.
      Die Anzahl und Art der Aus- und Fortbildungen *kann* aussagekräftig sein… aber nicht immer.

      Doch andererseits möchte ich Sie beruhigen – sie können nicht wirklich viel falsch machen bei der Auswahl des Anbieters 🙂
      Folgen Sie Ihrer Intuition, würde ich vorschlagen – letzten Endes wird sowieso nur der persönliche Kontakt zeigen, ob es wirklich passt…

      Wie können Sie einschätzen, was Ihrer Mutter gefallen würde?
      Nun… mag sie Ölmassagen, oder würde sie lieber die Kleidung anbehalten?
      Wie experimentierfreudig ist sie?
      Würde sie sich von einem Mann massieren lassen, oder sollte es eine Frau sein?

      Vielleicht können Sie ja einen „allgemeinen“ Gutschein von einem Massagesalon kaufen und Ihre Mutter dort vor Ort entscheiden lassen, was sie möchte 🙂

      So, das war’s für heute…
      Viele Grüße,
      Manuela Kuhar

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